OBSTBAU
Schorf
(Tavelure - Venturia inaequalis)
Die langjährigen Erfahrungen der eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope FAW in Wädenswill haben erlaubt, eine verlässliche Voraussage ohne grosse Ergänzungen zu realisieren, indem das System der Firma Farm Software GmbH in Süddeutschland genutzt wurde. In Zusammenarbeit mit der Firma Geosens und den Hinweisen der Verantwortlichen der ACW, wurden die nötigen Anpassungen gemacht, damit das Modell Schorf die meteorologische Datenbank benutzt und damit die Tagesberichte der Infektionsrisiken automatisch regeneriert werden.
Maryblyt
(Feuerbrand
- Erwinia
amylovora)
Das Model Maryblyt wurde durch Dr. P. Steiner (Universität Maryland, USA) entwickelt und durch Dr E. Moltmann angepasst (Landesanstalt, Pflanzenschutz in Stuttgart, D). Es berücksichtigt die Zusammenhänge zwischen der Baumempfindlichkeit und den Umweltbedingungen die für die Entwicklung des Pathogens notwendig sind.
Das Modell berechnet die Infektionsrisiken gemäss den 4 Kriterien die am selben Tag erscheinen müssen:
offene Blüten;
eine Temperatursumme von 110°, Basis 18.3°C (Entwicklungsgrenze für Erwinia amylovora);
eine nasse Periode (mindestens 0.25 mm Niederschlag oder starker Tau oder am Vortag mindestens 2.5 mm Regen) für die Migration der Bakterien in den Blüten;
mittlere Tagestemperatur von 15.6°C für die Vermehrung der Bakterien im Blütennektar.
WEINBAU
VM-Plasmopara
(Falscher
Mehltau
– Plasmopara viticola)
Die Forschungsanstalten Agroscope Changins-Wädenswil und das Weinbauinstitut in Freiburg (Breisgau) arbeiten seit 2002 gemeinsam an der weiteren Entwicklung des Prognosemodells für den falschen Rebenmehltau. Die bekannten Parameter wurden mit neueren Kenntnissen ergänzt und die Algorithmen unter dem Begriff Vitimeteo von der Firma Geosens neu programmiert.
Im Sinne eines Experten-Systems sind alle Parameter individuell einstellbar.
Die Software Vitimeteo integriert täglich automatisch alle benötigten Wetterdaten und berechnet die Infektionsrisiken, die Bedingungen für die Sporulation, den Ablauf der Inkubationszeit, usw... . Die Resultate werden täglich als Übersichtstabelle für jede Gegend angegeben und für jeden Standort sind Grafiken abrufbar.
Seit 2009 werden 5 Tage Wetterprognosen in die Modellierung integriert. Wetterprognosen kommen von meteoblue und werden zweimal pro 24 Stunden aktualisiert. Sie sind mit dem NMM Model (Numerical Mesoscale Modelling) hergestellt. Es sind Werte für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschläge. Die Blattnässe wird anhand der Taupunkttemperatur berechnet.
Das Berechnungsgitter hat eine Auflösung von 3x3 km für die drei ersten Tage und von 12x12 km für die nächsten Tage.
VM-Insects
(Traubenwickler)
Dieses Model wurde auch von Agroscope Changins-Wädenswil und dem Weinbauinstitut in Freiburg (Breisgau) gemeinsam entwickelt und von der Firma Geosens programmiert.
Seit 2008 ist ein Vorhersagemodell für den Zeitpunkt des Traubenwicklerflugbeginns in www.agrometeo.ch integriert. Das Modell stützt sich auf Beobachtungen des Bekreuzten und Einbindigen Traubenwicklerfluges, die in sämtlichen schweizerischen Landesteilen seit 1992 durchgeführt worden sind. Zur Berechnung des Fluges werden die Wetterdaten des Messstationennetzes von Agrometeo genutzt. Ab dem 1. Januar berechnet das Modell die Summe der maximalen Tagestemperaturen, welche über dem Schwellenwert von 0°C liegen.
Es gilt zu bemerken, dass die Temperatursumme für den Beginn des 1. Fluges zwischen äussert kalten und warmen Frühjahren stark variieren kann (die Temperatursumme in kalten Frühjahren liegt deutlich unter dem Mittel). Aus diesem Grunde ist es schwierig, ein exakter Zeitpunkt für das Aufhängen von Pheromonfallen und Pheromondispensern festzusetzen. Die festgelegten Schwellenwerte basieren daher auf den frühesten Traubenwicklerfängen zwischen 1992 und 2007. Je nach Jahr muss daher mit Abweichungen von einigen Tagen nach hinten gerechnet werden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig festzuhalten:
- dass der Traubenwicklerflug im Wallis oder im Tessin noch nie vor dem 01. April begonnen hat
- dass der Traubenwicklerflug in der Deutschschweiz noch nie vor dem 10. April begonnen hat
Ein frühzeitiges Aufhängen von Fallen oder Dispensern hat für den Praktiker keine negativen Folgen. Die in der Schweiz vertriebenen Dispenser besitzen eine grosse Reserve, die auch bei warmen Witterungsbedingungen eine Pheromonabgabe über die ganze Saison garantiert.
Seit 2009 sind 5 Tage Wetterprognose von meteoblue im Model integriert (siehe oben, falscher Mehltau).